KfW-Energieeffizienzprogramm – Abwärme

Seit dem 1. September 2017 fördert die KfW die Abwärmevermeidung und -nutzung mit einem neuen Zuschussprogramm.

War mit dem Programm 294 bislang nur eine Kreditvariante der Förderung von Abwärmenutzung vorhanden, hat die KfW seit heute auch eine Zuschussvariante (Nr. 494) im Programm.

Abwärme kostet Geld und schadet dem Klima


Abwärme stellt einen großen Teil der Energienutzung in deutschen Unternehmen dar. Teuer eingekaufte Energie wird sprichwörtlich zum Fenster hinaus geblasen. Diese Energieverschwendung zu vermeiden ist Teil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE). Abwärme soll wo möglich in der Entstehung vermieden werden und wo dies nicht gelingt soll die abwärme zurückgewonnen und im oder außerhalb der Unternehmen weiterverwendet werden.

Die Quellen der Abwärme sind reichlich. Hohe Luftwechselraten in Betrieben, die die Luft mit Stäuben, Gerüchen, Aerosolen oder Gasen kontaminieren, führen je nach Witterung auch große Wärmemengen mit sich, die ohne Wärmerückgewinnung verloren gehen. Abstrahlung von Öfen oder Rohrleitungen, Abgase von Brennprozessen,… Jede Branche hat ihre typischen Verluste.

Die Nutzung ist manchmal simpel, oft jedoch tricky, wenn Quelle und Senke an verschiedenen Orten sind oder die Temperaturniveaus sich erheblich unterscheiden. Als Senke können, bei ausreichend hoher Quellentemperatur, auch ORC-Anlagen zur Verstromung dienen. Mit Kreislaufverbundsystemen können Wärmemengen transportiert werden, mit Wärmepumpen können Temperaturniveaus gehoben werden.

Das Abwärme-Konzept


Das Wissen um die Möglichkeiten ist nicht in jedem Unternehmen vorhanden und die technische Umsetzung manchmal auch komplex. Um dennoch dieses Potenzial heben zu lassen, fördert die Bundesregierung seit geraumer Zeit durch das KfW-Energieeffizienzprogramm – Abwärme die Planung und Umsetzung der Abwärmenutzung. Bislang war dies nur in einem Kreditprogramm möglich, bei dem nach Abschluss der Maßnahmen ein Tilgungszuschuss gewährt wurde. Nun gibt es auch eine reine Zuschussvariante für Selbstfinanzierer.

Die Bedingungen sind ähnlich. Auch in der Zuschussvariante ist die Erstellung eines Abwärmekonzepts durch einen zugelassenen Sachverständigen für Energieberatung im Mittelstand erforderlich. Anders als im Kreditprogramm, das über die Hausbank abgewickelt wird, stellt das Unternehmen in der Zuschussvariante jedoch den Förderantrag direkt an die KfW. Bonitätsprüfung und Stellung von Sicherheiten sind dann nicht erforderlich.

So ist das Abwärmeprogramm in der Zuschussvariante (kfw.de/494) geeignet für Unternehmen, die über viel liquides Eigenkapital verfügen. Dagegen ist die Kreditvariante insofern interessant, als sie bei sehr geringen Zinsen das Eigenkapital schont und so die Eigenkapitalrendite erhöhen kann.

Der Zuschuss liegt in beiden Varianten im Regelfall bei 30 % der erforderlichen Investitionsmehrkosten. Ein Bonus von 10 % auf die förderfähigen Investitionskosten wird kleinen und mittleren Unternehmen gewährt. Für diese ist der Gesamtzuschuss dann also 40%.